Tschierv - La Baita (Val di Rezzalo)

Film 4.Tag 1. Teil

                2. Teil

4. Tag

 

93 km  / 2517 HM

 

Diesen Tag haben wir alle gespannt erwartet. Jeder hatte ein bisschen Respekt vor dem was kommt, aber das Etappenziel „La Baita“ war seit den Vorbesprechungen der heimliche Favorit der Tour („Alessandro macken die Strom selber“).

Hochmotiviert und nach einem extra frühen Frühstücksservice der Wirtsleute ging es erstmal an den Boxenstopp. Unsere Jungs vom Service ölten und reinigten in Windeseile, sodass die Bikes in Rekordzeit zur Abfahrt bereit standen – endlich kam man wieder aus den Pedalen.

Das mit dem richtigen Hinstellen der Räder am Zaun muss der ein oder andere aber noch üben – merke: Kette rechts 

Los ging es mit geschmeidigem Bergab-Einradeln bis Valchava.

Der folgende Anstieg im Pra de Vau auf 2234 m half aber bei uns keine falschen Gedanken aufkommen zu lassen. Belohnt wurden wir im Anschluss mit einer herrlich „flowigen“ Abfahrt über den Nationalpark Panoramaweg durch das Val de Mora. Hier ging wirklich jedem das Radlerherz auf - egal ob trailbegeistert oder nicht. Unser Andi schloss sogar Freundschaft mit einem Busch, die in einer innigen Umarmung endete.

Dieser traumhafte Vormittag endete mit der Umfahrung des türkisblauen Lago di Giacomo und einem wohlverdienten Einkehr-Bunnyhopp zum Pasta-Fassen.

Gut gestärkt ging es anschließend entlang des Lago di Cancano weiter in Richtung Passo Verva. Die ersten 20 km dieses Teilstücks fühlten sich an, als ob sie mit einer Wasserwaage ausgerichtet worden wären, sodass wir gut vorankamen und relativ entspannt die Landschaft genießen konnten.

Den eigentlichen Anstieg zum Pass konnte dann, wer wollte, für einen Gedankenaustausch über „fahrbar – mittlere Kieselgröße“ oder „größtenteils fahrbar – sind Felsstücke auch noch Kiesel?“ nutzen. Schlauer sind wir nicht geworden, aber geschafft haben es natürlich alle!

Die endlose Abfahrt nach Grosio war dann ein Alpenblühn-Bremsenglühn Erlebnis mit mehrfachem Wechsel des Dresscodes, denn: es wurde heiß!!!

Deshalb nutzten wir in Grosio die Gelegenheit unsere Getränkevorräte für die letzte große Aufgabe des Tages aufzufüllen. Bevor wir allerdings in Prese zum Schlussanstieg der finalen 900 HM durchstarten konnten, mussten wir noch gnadenlos glühende Asphaltkilometer hinter uns bringen. Aber dann ging es zum Glück wieder in den Berg und jeder wollte nur noch eins: nach La Baita.

Die Serpentinen bis Fumero gingen noch jedem gut von den Beinen – Andi sogar so gut, dass seine Kette der puren Kraft nicht mehr standhalten konnte.

Der Endspurt der Bergwertung hatte es aber noch einmal richtig in sich und es bestätigte sich so manche Vorahnung, dass irgendwo auf den letzten Kilometern auch noch die noch fehlenden 300 HM versteckt sein mussten.

Und dann waren sie auch schon da! Über zum Teil grobe Steinrampen, die mit Mörtel zu einem Weg verbunden waren, kämpfte sich jeder die Steigung zum Valle di Rezzalo hinauf.

Dort wartete Alessandro bereits und bewirtete uns in seiner urigen Hütte mit einem super-leckeren Abendessen.

Zum Glück hatte unser Guide für den nächsten Tag nur eine kurze Etappe geplant und so konnten wir das entspannte Ambiente auf La Baita noch etwas länger genießen.

 

© Jens



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